Als wir im Juli die erste Ausgabe verschickt haben, wussten wir nur eins: Wir haben richtig Bock. Auf gute Geschichten, klare Meinungen und auf euch. 26 Ausgaben später wurde der Bock nicht umgestoßen, sondern er steht weiter wie eine Eins. Das liegt vor allem an dir. Du hast uns durch Thomas Müllers Abschied begleitet, durch mediale Nebelkerzen, durch ultrascharfe Debatten über Fans, Verbände, Politik und alles, was dazwischen liegt. Und ja, unsere meistgeklickten Ausgaben hatten alle etwas gemeinsam: Sie zeigten, dass Fußball nie nur Fußball ist. Nicht bei Infantinos Medaillenabenden, nicht in der Diskussion über Sport und Politik, nicht, wenn Fans mobil machen.

2025 war ein wilder Ritt. Der HSV ist zurück und die Liga fühlt sich wieder ein bisschen kompletter an. Gleichzeitig ist das Niveau gesunken, was weniger an den Trainern liegt, sondern an Premier-League-Managern, die Wirtz, Woltemade, Ekitike und Xhaka eingesammelt haben wie Sticker aus einer seltenen Panini-Serie. Dafür haben die Fans geliefert wie selten zuvor. Von Boykotten während der Innenministerkonferenz bis zu den Szenen in Indien, als Messi nur 20 Minuten auf dem Platz stand und 80.000 Menschen trotzdem zeigten, wie viel Fußball ihnen bedeutet. 2025 war laut, emotional, widersprüchlich, aber vor allem lebendig. Ein gutes Fußballjahr.

Und 2026? Das wird noch größer. Erst die Crunch Time in den nationalen und internationalen Wettbewerben, dann die WM. Wer dachte, Katar sei der Tiefpunkt, hat die Kombination aus Trump, Infantino, Einreiseformularen und 5.000-Kilometer-Distanzen noch nicht erlebt. Aber am Ende werden wir trotzdem alle vor den Bildschirmen sitzen und jubeln. Über Lennart Karl, über Florian Wirtz, über Nick Woltemade und über all die Momente, die niemand planen kann und die genau deshalb so magisch sind. Die kleinen Überraschungen, wegen derer wir den Fußball lieben, selbst wenn er uns manchmal zur Verzweiflung bringt.

Danke, dass du die Kurve mit uns nimmst. Danke für jede Rückmeldung, jede Weiterleitung, jedes „Habt ihr das schon gesehen?“. Mach bei der kurzen Umfrage mit, damit wir 2026 noch besser werden. Und als kleines Extra gibt es gleich noch die letzte Sechserkette des Jahres.

Luca & Lennart

Hier gibt’s was auf die Ohren:

SLALOM-Sechserkette:

Manche Sätze altern schlecht, andere bleiben wirkungslos. 2025 war reich an Zitaten, die, mal aus guten, mal aus weniger guten Gründen, in Erinnerung bleiben werden. Die heutige Sechserkette sammelt die dümmsten Aussagen des Jahres.

1. Gianni Infantino
„Ohne die FIFA gäbe es den Fußball nicht in 150 Ländern der Welt“, erklärte der Präsident Ende Dezember mit ernster Miene auf die Beschwerden über zu hohe Ticketpreise bei der WM 2026. Fußball existiere nur dank der Einnahmen aus Weltmeisterschaften, die die FIFA reinvestiere. Es war der vorläufige traurige Höhepunkt einer Argumentation, in der sich Macht mit Selbstverklärung verwechselte.

2. Cristiano Ronaldo
Auf die Frage, wer von ihm und David Beckham an der Copacabana mehr Aufmerksamkeit bekommen würde, wenn keiner von ihnen berühmt wäre, antwortete CR7: „Ich. 100 Prozent. Beckham weiß es auch. Sein Gesicht ist schön. Aber sein Körper? Normal. Der Rest ist normal. Aber ich bin nicht normal. Ich bin… perfecto!“ Wenigstens abseits des Platzes sorgt der Ausnahmefußballer noch für Gänsehautmomente.

3. Younes Ebnoutalib
Am 9. Dezember erklärte der Stürmer der SV Elversberg gegenüber der Saarbrücker Zeitung seine Treue bis Saisonende. Er sprach von Entwicklung, vom perfekten Umfeld und davon, dass es aktuell keinen besseren Verein für ihn gebe. Keine drei Wochen später wechselte er zu Eintracht Frankfurt. Das Zitat blieb zurück wie ein vergessener Schal am Bahnsteig.

4. Christian Ilzer
Im März 2025 verkündete Hoffenheims Trainer selbstbewusst: „Ich will in drei Jahren Hoffenheim zurückbringen ins internationale Geschäft. Und ich will in fünf Jahren um die Deutsche Meisterschaft spielen.“ Zwar konnten die Kraichgauer in der Hinrunde dieser Spielzeit positiv überraschen, doch diese Aussage sorgte vielerorts für Kopfschütteln.

5. Lucas Vázquez
„Wegen der Tradition, die dieser Klub hat, wegen der Stadt“, sagte der Spanier Ende August bei seiner Vorstellung in Leverkusen. Große Worte über Identität, Geschichte und Ankommen, formuliert wie aus dem PR-Baukasten. Dass solche Sätze auch 2025 noch reflexhaft bemüht werden, ist erstaunlich. Dass Vázquez wegen der Stadt von Madrid nach Leverkusen wechselte, glaubt ihm nicht einmal Reiner Calmund.

6. Sergio Agüero
Vor dem Play-off-Hinspiel der Champions League zwischen Manchester City und Real Madrid im Februar 2025 zeigte sich der Argentinier extrem überzeugt von seinem Ex-Club: „Real Madrid kann City nicht schlagen. Wenn sie City schlagen, schneide ich mir die Hoden ab.“ Real gewann Hin- und Rückspiel und zog in die nächste Runde ein, ob Agüero Wort hielt, ist hingegen nicht überliefert.

Danke, dass du SLALOM dieses Jahr begleitet hast. Wir hoffen, die Kurve hat sich gelohnt.

Nächste Woche steuern wir das nächste Thema an. Hast du Themen, die dich beschäftigen oder möchtest du deine Meinung zur heutigen Thematik mit uns teilen? Dann schreibe uns gerne eine Nachricht auf Instagram oder per Mail.

Bis bald,

Dein SLALOM-Team

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