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Hört man derzeit in die Fußballberichterstattung hinein, scheint sich der Spitzenfußball irgendwo zwischen Renaissance und Götterdämmerung zu bewegen. Bayern München, der FC Barcelona und Paris Saint-Germain lassen die Herzen vieler Beobachter mit offensivem Spektakel, zahlreichen Toren und bewusst riskanten Defensiven höherschlagen.

Entsprechend galt auch das Halbfinale zwischen Bayern und Paris vielerorts als vorgezogenes Finale – ein Duell, das die Franzosen letztlich für sich entscheiden konnten, um ins Endspiel der Champions League einzuziehen. Dort wartet mit dem FC Arsenal jedoch der wohl größtmögliche Gegenentwurf.

Während Vincent Kompany und Luis Enrique mit ihrem auf Spektakel ausgelegten Stil vielerorts als Heilsbringer des modernen Fußballs gefeiert werden, steht in England der FC Arsenal unter Mikel Arteta an der Spitze der Premier League. Im Gegensatz zu vielen anderen Topteams zeichnet sich Arsenal jedoch eher durch einen pragmatischen Umschaltfußball aus, den man wohlwollend als moderne Neuinterpretation des klassischen Kick-and-Rush bezeichnen könnte. Das Verhindern von Gegentoren scheint hier oft wichtiger zu sein als das Erzielen eigener Treffer.

Doch ist das eine legitimer als das andere? Und woher kommt der Groll gegen Artetas Arsenal?

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@bbcsport

Mikel Arteta has spoken out in defence of Arsenal’s style of play. #Arsenal #PremierLeague #PL #MikelArteta #Arteta

Eine letzte Kurve

Der Fußball ist nicht zu Ende gedacht, weder nach Cruyff noch nach Guardiola, Kompany oder Enrique. Vielmehr erleben wir derzeit ein spielerisches Hoch, das allerdings nur von einer Handvoll Mannschaften überhaupt erreicht werden kann. Die Anforderungen an den einzelnen Spieler sind schlicht zu hoch, als dass dieser Stil flächendeckend salonfähig werden könnte.

Auch der Spielstil der Londoner ist von einem extrem hohen Maß an Technik, Physis und Effizienz geprägt. Doch wer den Fehler macht und glaubt, mit einem Transferbudget von 300 Millionen Euro sei man den Fans, die zunehmend die Anspruchshaltung von Kunden entwickeln, automatisch etwas schuldig, liegt daneben.

Der Frust darüber, dass in der Unterhaltungsindustrie Fußball der Weg zum absoluten Erfolg auch einer sein kann, der in seiner Attraktivität an die dunklen 80er erinnert, ist nachvollziehbar. Doch das wäre vermutlich noch erträglicher, wenn die Tickets nicht 1000 Prozent teurer, die Stimmung nicht schlechter und die Spieler ihre Trikots nicht wie Unterwäsche wechseln würden.

Danke, dass du SLALOM heute begleitet hast. Wir hoffen, die Kurve hat sich gelohnt.

Nächste Woche steuern wir das nächste Thema an. Hast du Themen, die dich beschäftigen oder möchtest du deine Meinung zur heutigen Thematik mit uns teilen? Dann schreibe uns gerne eine Nachricht auf Instagram oder per Mail.

Bis bald
Dein SLALOM-Team

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