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100 Spiele der XXL-WM sind bereits absolviert, in den noch vier ausstehenden geht es um alles. Ins Halbfinale haben es dieses Jahr keine Außenseiter geschafft, sondern genau die vier Teams, die auch die FIFA-Weltrangliste anführen. Wer davon am Sonntag den Pokal in die Höhe recken wird, ist völlig offen, die Spannung könnte nicht größer sein.

Deshalb versorgen wir euch diese Woche mit drei Ausgaben. Heute schauen wir auf das erste Duell zwischen Frankreich und Spanien, morgen widmen wir uns in aller Ausführlichkeit der Partie zwischen Argentinien und England und am Freitag blicken wir auf das große Finale.

Frankreich - Spanien

Wie schon bei der EM vor zwei Jahren treffen die beiden europäischen Schwergewichte bereits im Halbfinale aufeinander. 2024 setzte sich Spanien mit 2:1 durch, auch 2026 dürfte es eine enge Partie werden.

Bei den Spaniern steht mal wieder Rodri im Fokus. Metronom, Taktgeber, Dirigent, so langsam klingen alle Beschreibungen des Kapitäns ausgelutscht. Wir nennen ihn heute mal den Busquets mit Trikot in der Hose. Doch anders als sein genialer Vorgänger agiert Rodri allein im Zentrum, wird nicht von Xavi und Iniesta flankiert und beeindruckt daher umso mehr mit seiner Passgenauigkeit und der Fähigkeit, das Tempo eines Spiels zu bestimmen.

Rodris Extraklasse täuscht darüber hinweg, dass Spanien, anders als Frankreich, nicht auf jeder Position herausragend besetzt ist. Die Defensive um Simón, Cubarsí und Laporte steht bombensicher, doch über Außen zeigte sie sich gegen Belgien erstmals anfällig. Cucurella überzeugt links mit Bissigkeit und Tempo, ist jedoch kein Zweikampfmonster. Auf der anderen Seite ist Porro eigentlich der defensiv stabilere Außenverteidiger, sah gegen Doku aber mehrmals nur die Rücklichter. Im Duell mit Doué droht ihm ein ähnlich anstrengender Abend.

Offensivwucht trifft auf Offensivpressing

Frankreich stellt mit 16 Treffern den besten Angriff des Turniers. Spanien besitzt die stabilste Defensive und lässt im Schnitt kaum mehr als einen Abschluss pro Partie zu. Das liegt vor allem am Offensivpressing: Kein Team presst im letzten Drittel konsequenter. Yamal, Oyarzabal und Olmo jagen nach Ballverlusten sofort hinterher, während Rodri die zweiten Bälle einsammelt und den nächsten Angriff einleitet.

Frankreich dürfte sich davon kaum aus der Ruhe bringen lassen. Diese Mannschaft braucht keine langen Ballbesitzphasen, um gefährlich zu werden. Ein gewonnener Zweikampf, ein vertikaler Pass und wenige Sekunden später sind Mbappé, Dembélé und Olise von der Leine. Ihre Rollen ergänzen sich dabei ideal. Mbappé sucht die Tiefe, Dembélé das Dribbling rechts wie links und Olise die Räume zwischen Mittelfeld und Abwehr.

Entschieden wird die Partie dadurch, wie die Superstars abliefern. Lamine Yamal ist der einzige auf spanischer Seite, der diesen Status bereits für sich beanspruchen kann. Er sorgte im bisherigen Turnier immer wieder für Gefahr, traf allerdings erst einmal, beim 4:0 gegen Saudi-Arabien. Seit gestern ist er 19 Jahre alt, ob es im spanischen Quartier eine Party mit Kleinwüchsigen gab, ist unklar.

Frankreich leicht favorisiert

Spanien wird voraussichtlich mehr Ballbesitz haben, Frankreich die gefährlicheren Umschaltmomente sowie eine stärkere Bank. Auf dem Papier ist die Équipe Tricolore leicht favorisiert. Ob das reicht, um La Roja ihre erste Niederlage seit über zwei Jahren zuzufügen, bleibt abzuwarten.

Guter Stoff

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