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Der erste Gruppenspieltag der größten WM aller Zeiten ist in den Büchern. Zeit zu schauen, wer wirklich schon in der Spur ist. Von den großen Favoriten konnten bislang vor allem Argentinien und England überzeugen. Frankreich gewann zwar ebenfalls, erntete für seine kontrollierte Spielweise aber reichlich Kritik. Portugal und Spanien patzten gegen vermeintliche Fußballzwerge.

Und Deutschland? Gab sich beim 7:1 gegen Curaçao keine Blöße. Doch wie gut die Mannschaft von Julian Nagelsmann wirklich ist, zeigt sich frühestens am Samstag, wenn mit der Elfenbeinküste ein Gegner wartet, der Tempo, Wucht und ebenfalls drei Punkte mitbringt.

In dieser Ausgabe blicken wir wie gewohnt auf die anstehenden Spiele der nächsten Tage. Außerdem haben wir euch drei Empfehlungen verlinkt, die diese WM nicht nur an Ergebnissen messen, sondern an dem, was unter der Oberfläche brodelt.

Wenn euch die Ausgabe gefällt, leitet sie gerne an alle weiter, die bei dieser WM nicht nur wissen wollen, wie es steht, sondern auch, was es bedeutet.

Zwölf Spiele, zwölf Linien

USA - Australien

Die USA waren einer der großen Gewinner des ersten Spieltags: schnell, intensiv, überraschend reif. Australien kommt nach dem Coup gegen die Türkei mit Rückenwind, wird aber auch diesmal tief stehen und auf Umschaltmomente hoffen. Wenn Pulisic und Balogun erneut Tempo aufnehmen, spricht viel für den zweiten Sieg des Gastgebers.

Schottland - Marokko

Schottland hat gegen Haiti die Pflicht erfüllt, trifft nun aber auf eine andere Gewichtsklasse. Marokko zeigte gegen Brasilien, dass 2022 kein Ausrutscher war, sondern weiter eine stabile Turnierformel besitzt: kompakt, mutig und technisch stark. Die Tartan Army wird laut, Marokko bleibt Favorit.

Brasilien - Haiti

Brasilien steht nach dem Remis gegen Marokko schon früh unter Zugzwang. Gegen Haiti zählt nicht nur der Sieg, sondern auch der Eindruck, denn bisher wirkt die Seleção noch zu sehr nach Vinícius oder Nichts. Alles andere als eine klare Reaktion wäre der nächste Kratzer im gelben Lack.

Türkei - Paraguay

Die Türkei wurde gegen Australien brutal geerdet: zu wenig Tempo, zu wenig Breite, hinten zu schwerfällig. Paraguay ging gegen die USA unter und braucht ebenfalls dringend eine Reaktion. Weil die Türkei mit Çalhanoğlu, Arda Güler und Kenan Yıldız mehr Fußball im Kader hat, liegt der Vorteil leicht bei den Türken.

Niederlande - Schweden

Oranje verspielte gegen Japan spät den Sieg, bleibt aber das spielerisch stärkste Team der Gruppe. Schweden kommt nach dem 5:1 gegen Tunesien mit breiter Brust und einer Offensive um Isak und Gyökeres, die jedem Gegner wehtun kann. Die Niederlande sind favorisiert, aber das wird ein echter Härtetest.

Deutschland - Elfenbeinküste

Das 7:1 gegen Curaçao hat Deutschland WM-Fieber geschenkt, aber noch keine Gewissheit. Gegen die Elfenbeinküste wartet mit Diomande, Amad und viel Tempo der erste echte Stresstest für Nagelsmanns Defensive. Deutschland ist Favorit, muss aber verhindern, dass aus Ballbesitz plötzlich Rückwärtssprints werden.

Ecuador - Curaçao

Ecuador enttäuschte zum Auftakt, weil ausgerechnet die sonst so stabile Defensive gegen die Elfenbeinküste wackelte. Curaçao wurde von Deutschland zerlegt, zeigte mit dem Ball aber zumindest ein paar ansehnliche Ansätze. Für Ecuador ist ein Sieg Pflicht, sonst wird aus dem Fehlstart sehr schnell ein Turnierproblem.

Tunesien - Japan

Tunesien hat nach dem 1:5 gegen Schweden bereits den Trainer gewechselt, die Stimmung ist also ungefähr so stabil wie ein Pavillon im Herbststurm. Japan zeigte gegen die Niederlande, warum diese Mannschaft als Geheimfavorit gilt: diszipliniert, technisch sauber und inzwischen auch unangenehm robust. Alles andere als ein japanischer Sieg wäre eine Überraschung.

Spanien - Saudi-Arabien

Spanien patzte gegen Kap Verde und muss nun beweisen, dass der Fehlstart wie 2010 als Warnsignal taugt. Saudi-Arabien hielt gegen Uruguay lange stark mit, darf sich gegen den Europameister aber keine einfachen Fehler leisten. Wenn Spanien mehr Tempo und Tiefe ins Spiel bekommt, spricht viel für eine klare Reaktion.

Belgien - Iran

Belgien blieb gegen Ägypten vieles schuldig und wirkt weiter wie eine Mannschaft, die ihre große Vergangenheit im Handgepäck mitschleppt. Iran holte gegen Neuseeland trotz schwieriger Umstände einen Punkt und bringt Erfahrung, Widerstandskraft und unangenehme Zweikämpfe mit. Belgien ist Favorit, aber sicher nicht mehr furchteinflößend.

Uruguay - Kap Verde

Kap Verde ist nach dem 0:0 gegen Spanien schon jetzt einer der emotionalen Gewinner dieser WM. Uruguay enttäuschte gegen Saudi-Arabien und braucht nun dringend einen Sieg, um nicht früh in Schieflage zu geraten. Die Urus haben mehr Qualität und Erfahrung, aber Kap Verde hat bereits gezeigt, dass es für eine Überraschung sorgen kann.

Neuseeland - Ägypten

Neuseeland lieferte gegen Iran ein wildes Spiel, bleibt aber individuell einer der Außenseiter der Gruppe. Ägypten dürfte sich nach dem Punkt gegen Belgien eher ärgern, weil mit Salah und Marmoush sogar mehr möglich war. Gegen Neuseeland sind die Pharaonen Favorit und können die Tür zur K.o.-Phase weit aufstoßen.

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