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Auch 35 Stunden nach Abpfiff ist die Niederlage gegen Paraguay Thema Nummer eins in Fußball-Deutschland. Dabei kam das Aus der Nagelsmann-Elf zwar früher als befürchtet, doch keinesfalls unerwartet.

Während Deutschland nun nach dem dritten WM-Aus vor dem Achtelfinale in Folge die Gründe und Schuldigen sucht, läuft diese WM weiter in die nächste Kurve. Bis Freitag warten sechs Sechzehntelfinals, in denen Gastgeber-Euphorie, Außenseiterhärte und alte Turniererfahrung aufeinandertreffen.

Dazu empfehlen wir euch heute einen Kommentar von Oliver Fritsch zum Bundestrainer, einen Podcast über die Hintergründe des deutschen Scheiterns sowie ein Video über Kap Verde, den vielleicht schönsten Außenseiter dieser WM.

Viel Spaß beim Lesen, Hören und Anschauen und bis Freitag.

Sechs Spiele, sechs Linien

England - DR Kongo

England ist klarer Favorit, hat nach dem Ghana-Remis aber gezeigt, dass Tuchels Offensivmaschine gegen körperliche, tief stehende Gegner noch nicht immer rund läuft. Die DR Kongo hat in der Gruppenphase bewiesen, dass sie nicht nur Außenseiterromantik liefert, sondern mit Tempo, Mut und Wissa echte Nadelstiche setzen kann. Wenn England früh trifft, wird es kontrolliert, bleibt es lange eng, kann aus Pflichtaufgabe schnell Nervenspiel werden.

Belgien - Senegal

Belgien hat sich irgendwie durch die Gruppe geschleppt, aber noch immer nicht den Eindruck erweckt, als würde diese alternde Generation plötzlich ein letztes großes Turnierfeuer entzünden. Senegal bringt Physis, Tempo und mehr defensive Stabilität mit, muss vor dem Tor aber endlich kälter werden. Auf dem Papier spricht Belgien, auf dem Platz riecht es nach einem engen Spiel, in dem Senegal den besseren Rhythmus finden kann.

USA - Bosnien-Herzegowina

Die USA gehen als Gastgeber und Gruppensieger in dieses Spiel, aber ganz ohne Kratzer ist der Hype nach dem 2:3 gegen die Türkei nicht mehr. Bosnien-Herzegowina ist unangenehm, erfahren und durch Standards gefährlicher, als es der Außenseiterstatus vermuten lässt. Trotzdem spricht mehr für die USA: mehr Tempo, mehr Energie durch den Heimvorteil und auch mehr offensive Qualität.

Spanien - Österreich

Spanien hat sich nach dem Kap-Verde-Schock stabilisiert und bleibt mit Ballbesitz, Pressing und individueller Klasse der klare Favorit. Österreich kommt allerdings mit maximaler Emotionalität aus dem wilden 3:3 gegen Algerien, bei dem Rangnicks Team zwischenzeitlich schon draußen war und sich in der Nachspielzeit doch noch in die K.o.-Runde rettete. Wenn Spanien sauber ins Spiel kommt, wird es schwer für Österreich, für die der Europameister eine Nummer zu groß sein dürfte.

Portugal - Kroatien

Portugal hat nach dem 5:0 gegen Usbekistan wieder gezeigt, wie viel Wucht in diesem Kader steckt, auch wenn das 0:0 gegen Kolumbien danach die alten Zweifel an Rhythmus und Balance zurückbrachte. Kroatien bleibt Kroatien: älter, langsamer, aber mit Modric, Erfahrung und der Fähigkeit, K.o.-Spiele für sich zu entscheiden. Portugal ist leicht favorisiert, doch wenn dieses Spiel lange offen bleibt, wird es sehr schnell ein Abend für kroatische Nervenstärke.

Schweiz - Algerien

Die Schweiz kommt als Gruppensieger, wirkt aber noch immer eher stabil als berauschend. Algerien hat sich mit dem spektakulären 3:3 gegen Österreich durchgebissen und bringt mit Vladimir Petkovic ausgerechnet einen früheren Schweizer Nationaltrainer mit, was diesem Duell noch eine schöne Nebenstory gibt. Die Nati hat mehr Struktur und Kontrolle, Algerien mehr Chaosenergie, deshalb riecht es nach einem engen Spiel mit leichtem Vorteil Schweiz.

Artikel-, Podcast- und Videoempfehlungen

Danke, dass du SLALOM heute begleitet hast. Wir hoffen, die Kurve hat sich gelohnt.

Nächste Woche steuern wir das nächste Thema an. Hast du Themen, die dich beschäftigen oder möchtest du deine Meinung zur heutigen Thematik mit uns teilen? Dann schreibe uns gerne eine Nachricht auf Instagram oder per Mail.

Bis bald
Dein SLALOM-Team

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